
Säuren, die wir mit der
Nahrung zu uns nehmen, müssen neutralisiert oder ausgeschieden werden. Ein gesunder junger
Körper schafft dies problemlos. Doch im Alter lassen die Regulations-Mechanismen nach.
Um den Säuregehalt im Blut (siehe P wie pH-Wert) trotzdem im Lot zu halten, verstaut unser Körper überschüssige Säuren im Gewebe - wie wir Gerümpel unterm Bett, wenn's beim Aufräumen schnell gehen muss.
Doch die Kapazitäten - sowohl des Bettes als auch des Gewebes - sind begrenzt. Irgendwann müssen Sie aufräumen - z. B. mit einer Basen-Fastenkur. Denn durch Übersäuerung kann es zu Schmerzen, Schlappheit und sogar Knochenschwund kommen.
Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe zur Übersäuerung von A bis Z:
Übersäuerung von A-Z
A wie Acidose
So lautet der Fachbegriff für Übersäuerung. Bei dieser lagern sich - z. B. durch falsche Ernährung, Radikaldiäten oder
übertriebenen Sport - Säuren im Gewebe ab und greifen Knochen, Knorpel und das Bindegewebe an. Das Gegenteil zur Acidose (Säureüberschuss) ist die Alkalose (Basenüberschuss). Eine Alkalose durch ein Zuviel an basischer Kost ist nicht möglich, eine Acidose sehr wohl. Grund: Unser
Körper kann einen Basen-Überschuss besser kompensieren als zu viel Säure.
B wie Basen
Sie sind Gegenspieler der Säuren. Im Idealfall sind beide im Gleichgewicht. Um das zu gewährleisten, verfügt der Körper über ein Puffersystem im
Blut.
C wie Citrat
Das klingt sauer. Umso mehr, als man weiß, dass es sich dabei um das Salz der
Zitronensäure handelt. Und doch ist Citrat ein starker Verbündeter im Kampf GEGEN die Übersäuerung. So sollten Sie beim Kauf eines Basenpräparates unbedingt darauf achten, dass es auf Citratbasis hergestellt wurde (z. B. "Basica", Apotheke).
E wie Entlastungstag
Essen Sie einen Tag in der Woche NUR
Obst,
Salat und
Gemüse - davon allerdings, so viel Sie mögen. Das gibt Ihrem Körper die Chance, Säuren abzubauen. Toller Nebeneffekt: Durch den wöchentlichen Entlastungstag nehmen Sie langsam, aber stetig ab. Gund: Sie nehmen schlicht weniger Kalorien zu sich! Wenn Sie bereits Symptome einer Übersäuerung zeigen (siehe K und L), können Sie eine Basen-Fastenkur machen. Beraten Sie sich dazu aber vorher mit Ihrem
Hausarzt. Es gibt auch Bücher zum Basenfasten im Handel. Klassisches Fasten (Verzicht auf feste Nahrung) sowie
Radikal-Diäten hingegen führen leicht zu Übersäuerung.
F wie Fleisch
Eiweiß dient unserem Körper als Bausubstanz für Gewebe, Blut oder Hormone. Deswegen ist es wichtig, genügend Eiweiß zu sich zu nehmen. Leider wirkt es aber auch stark sauer. Kombinieren Sie
Fleisch, Fisch,
Meeresfrüchte oder Eier also immer mit reichlich Gemüse.
G wie Gemüse
Gemüse und Obst sind ideal zum sattessen. Äußerst
kalorienarm und reich an Ballast- und Vitalstoffen, wirken sie auch stark basisch. Ideal wäre es, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen fünf Portionen am Tag zu essen. Tipp: Eine Portion können Sie z. B. durch Saft (ohne Zuckerzusatz) ersetzen.
K wie krank machend
Sauer macht so gar nicht lustig, im Gegenteil: Übersäuerung scheint neuesten Untersuchungen zufolge an der Entstehung und dem Fortschritt von Krankheiten wie z. B.
Rheuma oder Osteoporose beteiligt zu sein.
L wie Leistungsabfall
Auch dieser kann auf eine Übersäuerung hinweisen - ebenso wie häufige
Kopfschmerzen, Migräne, Muskel- und Gelenkschmerzen unklarer Ursache, Müdigkeit und
Verspannungen.
M wie Milch oder Milchprodukte
Ob sie
basisch oder sauer reagieren, kommt auf die Konsistenz an: je flüssiger, desto basischer, je fester, desto saurer.
Kefir ist z. B. basisch, Milch neutral, Hartkäse stark sauer. Milchprodukte liefern viel Kalzium - besonders wichtig bei Osteoporose.
N wie Nudeln
Sie sind aus Getreide gemacht und reagieren damit - wie auch
Brot, Kuchen,
Kekse und Co. - sauer. Grund: Getreide enthält zwar basische Mineralstoffe, aber noch mehr (pflanzliches) Eiweiß.
O wie Osteoporose
Säuren greifen den Knochen an und lösen Bestandteile (z. B. Kalzium) heraus. Gleichzeitig werden knochenabbauende Zellen (die Osteoklasten) stark angeregt. Studien beweisen: Nehmen Patienten (zusätzlich zu Kalzium und Vitamin D) spezielle Basenpräparate ein,
verbessert sich die Knochenstruktur - fast so gut, als würden sie Osteoporose-Medikamente einnehmen. Nebenwirkungsfrei!
P wie pH-Wert
Dieser ist ein Maß für das
Verhältnis von Säuren und Basen. Er kann zwischen 0 (sauer) und 14 (basisch) liegen. Halten sich beide die Waage (pH = 7), bezeichnet man das als neutral. Das ist z. B. bei reinem Wasser der Fall. Unser Blut hat einen pH von 7,35 bis 7,45. Schon eine Änderung um 0,1 wäre lebensgefährlich. Deswegen werden
Säuren auch sofort aus dem Blut ins Gewebe verlagert.
R wie Rheuma
Studien zeigen:
Rheumapatienten, die Basenpräparate zu sich nehmen, brauchen weniger Schmerzmittel!
S wie Säure
Säuren sind aggressiv. Darum funktionieren
Essigreiniger auch so gut. Aber würden Sie den trinken? Oder sich auf die Haut geben? Eben! Genauso schaden Säuren auch unserem
Gewebe. Deshalb ist der Körper stets bemüht, sie abzubauen. Im Alter lässt diese Fähigkeit jedoch nach. Und unsere Ernährung (viel Brot und Nudeln) tut ihr Übriges.
T wie Täuschung
Einer solchen unterliegt nämlich unser Geschmackssinn, wenn wir z. B. eine Zitrone essen: Er schmeckt nur die
Fruchtsäure. Die vielen basischen Mineralstoffe kann er nicht wahrnehmen. Trotzdem reagieren Zitronen basisch!
U wie Urin-Tests
Sie sollen den pH-Wert im
Urin messen, sind aber leider ungeeignet, um eine Übersäuerung des Gewebes anzuzeigen.
V wie Verhältnis
Wir sollten mehr
Basen essen als Säuren. Das ist manchmal nicht ganz leicht. So ist Fleisch z. B. in stärkerem Maße sauer als basisches Gemüse. Um ein
150-g-Steak auszugleichen, müssen Sie 500 g Gemüse dazu essen.
W wie Wochen
Um genau zu sein: sechs bis acht Wochen. So lange dauert es, bis Basenpräparate wirken und sich die überschüssigen Säuren im Gewebe abgebaut haben. Setzen Sie allein auf basische Kost, müssen Sie
noch länger Geduld haben.
Z wie zu viel
Bzw. zu wenig. Denn wir essen nicht zu viele Säuren, sondern zu wenig Basen: in Form von
Obst und Gemüse.
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Veröffentlicht in Das Neue Blatt


