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An dem Tag, der alles veränderte, zeigte der Frühling schon seine volle Pracht. Überall leuchteten Osterglocken und Tulpen in der warmen Sonne. Die niederländische Stadt Apeldoorn hatte sich feierlich herausgeputzt. In den Straßen erklang Musik. Der leckere Duft von Poffertjes-Küchlein kitzelte die Nasen. Königinnentag in Holland. Tausende waren auf den Beinen, um Königin Beatrix (72) zuzujubeln. Viele schwenkten in Festtagsstimmung die Oranje-Fähnchen. Kronprinzessin Maxima (38) und Kronprinz Willem-Alexander (42) freuten sich über die strahlenden Gesichter, winkten in die Menge. Bis plötzlich die Schreie ertönten, Schreie des Schmerzes und des Entsetzens. Schreie des Todes. Bald lag ganz Holland in Tränen...
Plötzlich wurden Menschen durch die Luft gewirbelt
Das furchtbare Attentat am 30. April 2009 –
Kronprinzessin Maxima sieht immer wieder die schrecklichen Bilder vor sich. Und jetzt rückt mit jedem Ticken der Uhr der Tag näher, der die Erinnerung vollends zurückbringt. Am 30. April 2010 wird wieder Königinnentag gefeiert. Und obwohl die Sicherheitsmaßnahmen erheblich erhöht wurden, bleibt die Angst:
Maximamuss erneut um ihr Leben fürchten – um ihr Leben und das ihrer Liebsten. Denn niemand auf der Welt kann ihr versichern, dass diesmal alles gut geht. Was, wenn wieder jemand die Familie töten will?
Die Tragödie vor einem Jahr: Ein schwarzer Suzuki brach plötzlich mit hoher Geschwindigkeit durch die Absperrungen. Menschen stoben auseinander, wurden mitgeschleift, durch die Luft gewirbelt. Dann schoss der Wagen auf den königlichen Bus zu – prallte zuvor jedoch gegen ein Denkmal, stoppte.
Maxima und
Willem-Alexander waren starr vor Entsetzen.
MaximasGesicht spiegelte Angst und Schmerz. Ihr Ehemann wollte sie beschützen, drängte sie, sich hinzusetzen. Dann brachte der Bus die Familie eilig nach Schloss Het-Loo in Sicherheit. Zum Glück waren
Maximas drei kleine Engel Amalia (6), Alexia (4) und Ariane (2) damals nicht an Bord. Sie waren noch zu klein. Und in diesem Jahr will sie die Mädchen erst recht nicht mitnehmen. Doch wie lange kann sie sie noch schützen?
Am Ende des Königinnentages 2009 betrauerte Holland sieben Menschen. Auch der Todesfahrer Karst T. (38) starb. Wie sich später herausstellte, hatte er einen Hass auf die Monarchie.
In diesem Jahr wird der Königinnentag in Wemeldinge und Middelburg in der Provinz Zeeland gefeiert. Dabei hat Sicherheit allerhöchsten Vorrang. Die Königsfamilie wird nicht mal vier Stunden dort verbringen, aber die Kosten betragen fast 2,5 Millionen Euro. 10.000 Euro pro Minute – der teuerste Königinnentag aller Zeiten. Tausend Polizisten werden eingesetzt. Es werden zwei Sicherheitszonen eingerichtet. In der Innenzone dürfen am 29. und 30. April keine Autos fahren. Die Polizei darf jeden Menschen durchsuchen, und niemand darf einen Schal oder eine Kappe tragen, womit man das Gesicht verbergen könnte. Zudem dürfen keine Flugzeuge über die Stadt fliegen.
Was für eine Aussicht für einen Festtag! Wie soll sich Maxima je wieder sicher fühlen? Kann sie das Erlebte überhaupt jemals verkraften? NEUE POST fragte den Hamburger Diplom-Psychologen Michael Thiel (49): „So ein dramatisches Ereignis wie ein Attentat oder auch Überfall oder Unfall führt in der Psyche fast jedes Menschen zu posttraumatischen Belastungsstörungen. Das heißt, dass alles, was in diesen Sekunden passiert, ins Gedächtnis eingebrannt wird. Geräusche, Dinge, die man gesehen hat, Gerüche, die ganze Stimmung wird gespeichert. Wenn ähnliche Eindrücke später auftauchen, kommt die Psyche wieder in eine Alarmsituation.“
„Eine Mutter ist da besonders betroffen“
Der Experte weiter: „Man bekommt Angst, fühlt sich unwohl, bekommt Schweißausbrüche, möchte weglaufen. Gerade auch solche Jahrestage sind für viele sehr belastend. Die Welt ist von einem auf den anderen Tag unsicher geworden. Und erst recht wenn man um Leib und Leben fürchten muss, ist eine Mutter da besonders betroffen. Doch es ist wichtig, die eigenen Ängste nicht auf die Kinder zu übertragen. Es ist wichtig, ihnen zu zeigen, dass die Welt für sie sicher ist. Sie zu sehr zu behüten und von allem fernzuhalten wäre schädlich für die Entwicklung.“
Doch wie kann
Maxima das meistern? Die Antwort: Die Prinzessin muss stark sein. Für sich, für ihre Kinder. Und sie muss lächeln, wenn am Königinnentag wieder alles so nach Frühling und Poffertjes duftet und wenn dann die Schreckensbilder in ihr aufsteigen. Zum Glück wird
Willem bei ihr sein. Er wird ihre Hand ganz fest halten…
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